“FANTASIA”  27.03.26 – 03.06.26

FANTASIA

FANTASIA ist ein Kraftfeld zwischen Präzision und Spontaneität, digitaler Analyse und roher Materialität. Die Gruppenausstellung feiert die Fantasie als radikales Werkzeug zur Umdeutung der Welt. Vier Künstler zeigen, wie aus Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen und digitalen Daten neue Realitäten entstehen.

In der Ausstellung finden wir mystische Arbeiten auf Papier von Leo Beninga. Sam Nikmaram erschafft glänzende Skulpturen aus Pappmaché, während Vincent Mühlenbeck eine extreme Materialität auf die Leinwand bringt. Zhiyi Lius grafisch-abstrakte Arbeiten sind auf humorvolle Weise von unseren digitalen Gewohnheiten inspiriert.

SAM NIKMARAM

Sam wirft nichts weg. Er verwandelt alte Skizzen, Entwürfe und persönliche Erinnerungsstücke in Pappmaché. Das Material trägt also bereits eine eigene Geschichte in sich. Tiere, Pflanzen und Wolken inspirieren ihn mehr als alles Menschliche.

Ein leiser Humor und Fantasie finden sich in den Werken von Sam Nikmaram.
Er erschafft Skulpturen die das Rohe mit dem Filigranen verbinden. Seine Werke – oft figurative Darstellungen von Tieren – wirken wie Fundstücke aus einer anderen Welt: archaisch, kraftvoll und doch voller Ruhe. Mit präzisen Bewegungen schleift er jede Skulptur, um die Oberfläche zu glätten. Darauf folg das Bemalen der Skulptur und zuletzt wird die Lackschicht aufgetragen. Jeder Arbeitsschritt wird mit hoher Konzentration durchgeführt; die Sorgfalt, die Sam seinen Skulpturen schenkt, ist sehr bemerkenswert und gibt der Figur ihren hochwertigen Glanz.

LEO BENINGA

Fantasie ist hier kein Spielzeug, sondern ein Schutzschild gegen den Alltag. Leo verbindet den mutigen, freien Strich eines Kindes mit seinem ganz eigenen, entwickelten Stil – er ist unbeschwert, aber niemals oberflächlich.
 
Die Bilder von Leo erkennt man sofort durch die feine Einrahmung mit schwarzem Passepartout. Seine Werke sind ein dichtes Geflecht: Hier treffen gestische Malerei, präzise Zeichnung und Collage direkt aufeinander und bilden eine neue, rätselhafte Realität. Beninga arbeitet viel mit poetischen Texten, dadurch sind die Titel seiner Bilder sehr kreativ – mit ungewöhnlichen Kombinationen von Wörtern, die ein bisweilen befremdliches Gefühl hervorrufen, jedoch das Thema des Werkes treffend beschreiben.

ZHIYI LIU

Zhiyi Lius Kunstwerke drehen sich um die Interaktion des Menschen mit verschiedenen zeitgenössischen digitalen Medien. Er verwendet eine Vielzahl unkonventioneller und abstrakter expressionistischer Maltechniken, die auf
bestimmten Themen basieren, wie Reproduktion, Fotografie und einer Kombination aus realistischer und digitaler Malerei. Hierbei verwendet er verschiedene Materialien, die für das jeweilige Thema geeignet sind, wie Acrylfarbe, Tintenstrahldrucke, Fotopapier, Marker usw., um den künstlichen Beschränkungen und Algorithmen von Big Data entgegenzuwirken und die Notwendigkeit zu erforschen, dass Menschen unabhängig und offen bleiben müssen. Außerdem untersucht er das menschliche Bewusstsein, das durch
verschiedene Medien und Technologien wandert, und zeigt den instabilen Zustand des Bewusstseins in der heutigen Gesellschaft.

VINCENT MÜHLENBECK
 
Seine Malerei ist eine intensive Auseinandersetzung mit Materialität und dem Prozess des Malens. Viel Farbe auf der Leinwand und manchmal sogar Stoff oder Modellierschaum: Seine intuitive Motivauswahl und die experimentelle Beziehung zum Material spiegeln seine 21 Lebensjahre wider. Mutig und expressiv arbeitet er in schnellem Tempo. Er malt Menschen und Tiere, die grotesk verzerrt sind. Große Augen, riesige Münder und deformierte Gliedmaßen dominieren Werke wie „Kurzes Pony“ oder „Zwei Brüder“.

Vincents Bildtitel und Motive sind oft ironisch und verkörpern eine gewisse „Null-Bock-Attitüde“, die jedoch sehr kunstvoll inszeniert ist und eine humorvolle Nahbarkeit besitzt. Eine Kunst, die den Spaß am Malen transportiert und handwerklich extrem präsent ist.